Tarot in der praktischen Anwendung - Das Kreuz
Hajo Banzaf
Das Kreuz ist eine der einfachsten, aber dadurch nicht minder wertvollen Legearten. Es gibt eine kurze, knappe Antwort, die häufig genug in eine wertvolle Richtung weist. Dabei ist sie sehr vielseitig verwendbar, wie die beiden folgenden Varianten zeigen. Es gibt Entscheidungs- oder Orientierungshilfen und zeigt eine Tendenz.
Wenn man mit den 78 Tarotkarten noch so wenig vertraut ist, dass einen die Vielzahl der Karten eher verwirrt, dann kann man für dieses Legesystem auch nur die 22 Karten der Großen Arkana nehmen. Man zieht vier Karten und legt diese wie folgt aus:
Die Bedeutung der einzelnen Plätze ist dabei:
1 = Darum geht es
2 = Das reizt einen möglicherweise, sollte aber gemieden werden
3 = Dieser Weg ist richtig
4 = Dorthin führt er
Bei der Deutung ist es vor allem wichtig, den Unterschied zwischen den Karten an Platz 2 und 3 herauszuarbeiten. Gerade bei ähnlichen Karten kann in ihrem feinen Unterschied das Wesentliche der Aussage enthalten sein.
Die gleiche Legeart kann man auch verwenden, wenn man bei einer Deutung eine Karte nicht verstanden hat. Man legt die Karten nach dieser Methode aus mit der Frage: „Was bedeutet die Karte X in der letzten Legung?“
Dabei haben die Plätze folgende Bedeutung:
1 = Darum geht es
2 = Das bedeutet die Karte nicht
3 = Das bedeutet sie
4 = Dahin führt sie, dazu ist die Erfahrung gut
In gleicher Weise kann man natürlich auch nach der Bedeutung eines Traums fragen.
2. Variante: Der nächste Schritt
Wenn man in schwierigen Lebensphasen, bei Trennungen oder auch bei Entwöhnungen aller Art eine Orientierungshilfe sucht oder sich einen weisen Wegbegleiter wünscht, bietet sich diese Variante an. Dabei heißt die Fragestellung: „Was ist jetzt wichtig?“ Woraufhin einem die Tarotkarten den nächsten Schritt zeigen.
Die Bedeutung der einzelnen Plätze ist dabei:
1 = Ausgangspunkt. Dort stehe ich jetzt.
2 = Das ist - zumindest jetzt - nicht wichtig. Das muss ich weder anstreben noch befürchten. Das kann ich ruhig vernachlässigen. Darum sollte ich mich jetzt nicht kümmern.
3 = Das ist jetzt wichtig. In diese Richtung muss ich gehen. Das soll ich tun. Das muss ich beachten oder erkennen.
4 = Das wird meine nächste Erfahrung sein. Dorthin will mein höheres Selbst mich führen. Das bringt mir der nächste Schritt. Wenn man dort angelangt ist - und das kann schon morgen sein, sicherlich aber innerhalb der nächsten zwei Monate -, dann, und wirklich erst dann, sollte man den Karten wieder die gleiche Frage stellen: „Was ist jetzt wichtig?“
Damit zeigen einem die Karten die klügste Einstellung, die man angesichts des Fragethemas einnehmen kann, und wann man die Karten zum gleichen Thema erneut fragen soll. So kann Tarot in schwierigen Situationen zu einem wertvollen Gefährten werden, der unsere Aufmerksamkeit im richtigen Augenblick auf das Wesentliche lenkt. Wichtig ist es, in der vierten Karte kein endgültiges Entwicklungsziel zu sehen, sondern eben nur den nächsten Schritt. Natürlich kommt es gerade in schwierigen Phasen häufig vor, dass hier eine bedrückende Karte auftaucht. Davon sollte man sich nicht beirren lassen. Das eigene Innerste will einem damit sagen, dass es zur Bewältigung der Krise sinnvoll und notwendig ist, jetzt durch diesen Engpass zu gehen.
Auszug aus dem Buch von:
Hajo Banzhaf - Das Arbeitsbuch zum Tarot,
KAILASH
Wir danken dem Heinrich Hugendubel Verlag für die Genehmigung, diesen Text zu veröffentlichen.
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